Fake News

Herr Dr. Roediger hat im Leserforum KA 2018 (65): 830-832 

als Replik zu „Sandfänge: Versuche nicht nachvollziehbar“ zwei falsche Behauptungen aufgestellt: 

 

 1.

Roediger: Im Versuch Nr. 50 haben wir … 76 mg/l Sand gefunden. (nach einer Umrechnung:) Es waren also ca 6,5 Millionen Sandpartikel und 6900 je Liter.

Richtig ist dagegen: 6900 Sandkörner entsprechen nie und nimmer einem Sandgehalt von 76 mg/l. 

Beweis: Herr Roediger ist Obmann des Normenausschusses NA 119-05-36 im Normenausschuß Wasserwesen (NAW) im DIN e.V. Ich habe den Mitgliedern des Normenausschusses bei der Einspruchsverhandlung am 7.10.2014 in Würzburg Sandproben von 10 und 20 mg/l an die Hand gegeben zum Umlauf durch die Reihen. Die Proben waren in 5 ml- Glasfläschchen eingefüllt. Jedermann konnte sich durch Einblicken in die Gläschen oder durch Ausschütten vergewissern, daß die Zahl der Sandkörner etwa 5 bis 10 Stück betrug. Dieser Versuch ist jederzeit und ganz einfach wiederholbar. Hochgerechnet bedeutet das, daß man bei einer Sandkonzentration von 100 mg/l  etwa 50 bis 100 Stück Sandkörner erwarten kann, bei 200 mg/l 100 bis 200 Stück, niemals eine Menge von mehreren Tausend. Die Behauptung von Herrn Roediger ist offensichtlich falsch und absurd. Herr Roediger nimmt nicht die Winzigkeit von 10 mg oder 20 mg oder 100 mg Sand wahr.

Dies ist für sein beschriebenes Prüfverfahren dramatisch, da nach dem Sandfang ja nur noch 10% bis x % zu erwarten sind, das heißt eine nochmals etwa 90% kleinere Anzahl von Sandkörnern. 

Der Hinweis von Herrn Roediger, ich könne mich bei der Umrechnung vertan haben, trifft ihn selber. 

 

2.

Roediger: .. daß Bertram Botsch Sand aus dem Baumarkt in den Zulauf schaufelt.

Richtig ist dagegen: Ich habe niemals Sand aus dem Baumarkt in den Zulauf geschaufelt. 

Beweis: Jedermann kann nachlesen: Ich habe in meinen Büchern „Versuch einer Sandfangbemessung auf der Grundlage einer Typisierung unter Verwendung der numerischen Strömungssimulation“ (2011) und „Sandfang- Leitfaden“ (2013) empfohlen, einen größeren Bereich der Korngrößen des Prüfsandes zu wählen, zum Beispiel mit dem Quarzsand RS3T (0,25 bis 0,63) mm der Firma Friedrich Quarzsandwerke Eggenstein, deren Sieblinie die SES Stadtentwässerung Stuttgart verglichen hat (siehe Abb. 2)

Abb. 2: Vergleich der Sieblinien des Sandes RS3T der Firma Friedrich Quarzsandwerke Eggenstein und der SES Stadtentwässerung Stuttgart

Dieser Sand ist sorgfältig ausgesucht und im Baumarkt nicht erhältlich. Wenn er dort erhältlich wäre, so wäre dies für Versuche ein glücklicher Umstand.

Roediger verwendet Sand mit der Korngröße dT (0,2 bis 0,25) mm. Im Gegensatz dazu habe ich in meinem Beitrag auf die Zweckmäßigkeit eines größeren Korngrößenbereichs hingewiesen und deren Vorkommen in Sandfängen in Abb. 1 mit Korngrößen von < 0,18 mm bis > 5 mm bewiesen.

Die Sprachform „in den Zulauf schaufelt“ ist sachwidrig und polemisch.